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Pädagogik

Ziel und Schwerpunkt unserer Arbeit

Das Ziel und der Schwerpunkt unserer Arbeit ist die sogenannte Montessori- Pädagogik. Sie basierte auf der Beobachtung der Kinder. Maria Montessori war fest davon überzeugt, dass das Kind über die Fähigkeit verfügt, seine Persönlichkeit selbst aufzubauen, wenn es die Möglichkeit dazu erhält, seine Potenziale zu entfalten. Um das zu erreichen braucht man Pädagogen, die es den Kindern möglich machen, den eigenen Bedürfnissen zu folgen. Dabei orientieren sie sich an den Grundsätzen der Montessori-Pädagogik: Achtung der Individualität, Wertschätzung des Kindes, Anerkennung des Rechts auf eine gesunde Entwicklung und Ressourcenorientierung.

Weitere wichtige Bestanteile unserer Arbeit sind das soziale Miteinander und die Erfahrung zu machen, dass „es normal ist, verschieden zu sein. Es gibt keine Norm für das Menschsein“ (R. von Weizsäcker 2003).

Hier erfahren Sie mehr zu unserer Inklusionsarbeit

Das Prinzip von Maria Montessori: Hilf mir, es selbst zu tun!

Dieser Leitsatz Maria Montessoris stellt die Basis ihrer Pädagogik dar. Das Kind ist für sie kein passives und rezeptives Wesen, sondern ein Mensch mit großer Eigenaktivität, das den eigenen Entwicklungsplan in sich trägt. Dieser Entwicklungsplan verläuft gesetzmäßig in Phasen, die Maria Montessori “Sensible Perioden” nennt.

Eine Sensible Periode ist eine begrenzte Zeitspanne, innerhalb derer der Erwerb einer bestimmten Fähigkeit gesteigert möglich ist. Das Kind macht seine Erwerbungen, wie Sprache, Gehen, Lesen, etc. in den entsprechenden sensiblen Perioden. Dieses „natürliche“ Lernen geschieht ohne bewusste Mühe nur in den entsprechenden Empfänglichkeitsphasen. Danach muss es die Fähigkeit mit Mühe lernen.

Während einer Sensiblen Periode werden vor allem Dinge aus der Umwelt wahrgenommen, die im Moment im Interessensgebiet des Kindes liegen („Scheinwerfer“). Welche Inhalte dies sind, bestimmt der innere Entwicklungsplan, der von Reifegesetzen und von den Gesetzen der sozialen Bedingungen, unter denen das Kind aufwächst, bestimmt wird. Das Merkmal dafür, dass sich ein Kind in einer Sensiblen Periode befindet, ist die Polarisation der Aufmerksamkeit.

Hierunter ist zu verstehen, dass ein Kind über eine längere Zeitspanne einer Sache große Aufmerksamkeit schenkt und hoch konzentriert arbeitet.

Die Aufgabe der Erzieherinnen besteht nun darin, die Kinder zu beobachten in welcher Sensiblen Phase sie sich befinden und aufgrund dessen eine entsprechende Vorbereitete Umgebung zu schaffen. Für die Arbeit mit dem Kind gilt dabei immer der Grundsatz:

So viel Hilfe wie nötig und so wenig Hilfe wie möglich – einfach „Hilf mir, es selbst zu tun!“

Die Vorbereitete Umgebung in unserem Montessori-Kinderhaus

Die vorbereitete Umgebung ist ein wichtiger Bestandteil der Montessoripädagogik. Die vorbereitete Umgebung dient dazu, den Kindern die Möglichkeit zu geben, sich nach und nach vom Erwachsenen zu lösen, von ihm unabhängig zu werden und dadurch die Selbständigkeit zu erlangen. Ebenfalls fungiert die vorbereitete Umgebung zum freien Lernen mit Freude, Selbstvertrauen aufzubauen, Ausdauer wie auch Konzentrationsfähigkeit zu erfahren.

Nach Maria Montessori muss die Umgebung der Kinder angemessen sein. Das heißt, dass die gesamte Einrichtung auf die Proportion der Kinder abgestimmt werden muss. In unserer vorbereiteten Umgebung haben die ästhetische Gestaltung, die Schönheit, die Ordnung der Gegenstände in der Umgebung, so auch eine ruhige Atmosphäre eine besondere Bedeutung. Die ganze Einrichtung ist einbezogen in den Begriff „Vorbereitete Umgebung“. Zu unserer vorbereiteten Umgebung gehören auch, so wie in anderen Kindergärten, eine gemütliche Leseecke mit einen Kindersofa und Bücher, eine Bauecke mit unterschiedlichen Gegenständen, eine Puppen- und Verkleidungsecke, ein Bewebungsraum, eine Musikinstrumentenecke und ein Atelier mit unterschiedlichen Werkzeugen. Dazu natürlich unsere Montessori Materialien.

Die Montessori-Materialien

Maria Montessori bezeichnet ihre Entwicklungsmaterial als Material, das die Welt keinesfalls ersetzen soll, sondern vielmehr „ein Schlüssel zur Welt“ sein soll. Die Montessori Materialien haben besonderen Eigenschaften, die den Bedürfnissen der Kinder, ihre Selbständigkeit und ihre individuelle Entwicklung fördern. Die Montessori Materialien haben besondere Eigenschaften, die sind: Isolation der Schwierigkeit, Ganzheitlichkeit, Ästhetik, Selbständigkeit, Selbstkontrolle und Einmaligkeit. Das Material soll zu individueller Arbeit, aber auch zum Arbeiten mit Partnern anregen, so auch sollen verschiedene Abstraktionsebenen Möglich sein und das Material muss logisch aufgebaut sein.

Die Kinder können selbst entscheiden, mit welchen Materialien sie arbeiten möchten, wie lange sie diese Tätigkeit machen wollen und mit wem sie arbeiten möchten. Diese Freiheit ist an besondere Regeln und Rituale gebunden, hier spricht Maria Montessori von der Freien Wahl der Arbeit.

Das Montessori – Material ist in verschiedene Bereiche gegliedert:

Übungen des täglichen Lebens
Die Übungen des täglichen Lebens umfassen Übungen des sozialen und des praktischen Lebens. Sie helfen dem Kind beim Aufbau seiner Person und befähigen es zum Leben in der Gemeinschaft. Die Übungen des praktischen Lebens geben dem Kind vielfältige Möglichkeiten, basale Fähigkeiten im Rahmen von praktischem Alltagsgeschehen zu erwerben. Die Übungen des täglichen Lebens werden in vier Gruppen eingeteilt: Pflege der eigenen Person, Pflege der Umgebung, Pflege der sozialen Beziehungen und die Stilleübungen.

Sinnesmaterialien
Bevor die Kinder in Verbindung mit den Sinnesmaterialien kommen, haben sie schon eine Fülle von Erfahrungen und Eindrücken erlebt wie: Farben, Geräusche, Formen, Düfte, unterscheiden von Geschmacks- und Wärmeempfindungen. Nun sind diese Erfahrungen und Eindrücke vor allem beim Kleinkind noch ungeordnet. Maria Montessori sagt: „Das Chaos seiner Seele braucht nichts Neues, sondern nur Ordnung in den vorhandenen Dingen.“ Die Sinnesmaterialien helfen dem Kind seine Fülle von Eindrücken und Erfahrungen, die es aufgenommen hat, zuzuordnen und zu klassifizieren, z.B. Vergleichen und Unterscheiden.

Dadurch werden die Sinne des Kindes verfeinert und sensibilisiert. Die Sinnesmaterialien sind nicht ein Ersatz für die Welt, sondern „ein Schlüssel zur Welt“. Die Sinnesmaterialien gibt es für folgenden Bereiche: Materialien zur Unterscheidung von Dimensionen, Formen und elementarer Sinnesempfindungen (Tastsinn, barischer Sinn, Wärmesinn, Gehörsinn, Geschmackssinn, Geruchssinn).

Mathematikmaterial
Das Mathematikmaterial schließt an die Sinnesmaterialien an. Die Kinder fangen schon von klein an Gegenstände zu vergleichen, zu ordnen, zu messen und zu zählen. Diesem Bedürfnis kommt die Montessori Pädagogik schon mit den Sinnesmaterialien nach. Hier sammeln die Kinder ganz nebenbei die ersten Erfahrungen mit der Mathematik.
Maria Montessori spricht von dem „mathematischen Geist“. Sie nennt die Welt in der wir leben eine „mathematische Welt“ und den menschlichen Geist einen „mathematischen Geist“.

Damit meint Maria Montessori, dass Mathematik nicht ein schwieriges Sonderphänomen ist, das nur wenige betrifft, sondern etwas ist, das zum Menschen schlechthin gehört. Mathematik begegnet uns überall und findet überall dort statt, wo Vergleiche gezogen, Serien gebildet, Klassifikationen vorgenommen und Rhythmus erzeugt wird. Mathematik bildet nach Maria Montessori die Grundlage des Kindes zum präzisen Denken, um eine Arbeit zu führen. Dadurch sollen sie auch zur Abstraktion und Ordnung gelangen.

Sprachmaterial
Maria Montessori hat sich intensiv der Sprachentwicklung und der Sprachbildung zugewandt. Sobald ein Kind geboren ist, wird es mit menschlicher Sprache konfrontiert. Es absorbiert die Sprache seiner Umgebung. Die Sprache ist in der Montessori Pädagogik eine Selbstverständlichkeit. Die Kinder ab drei Jahren haben eine Sensibilität für Feinmotorik und interessieren sich für Zeichen und ihre Bedeutung. Schon früh erwacht das Interesse des Kindes am Schreiben und Lesen. Hier erwirbt das Kind Sprache und einen immer größeren Wortschatz in Verbindung mit konkreten Handlungen. Das Ziel der Sprachmaterialien ist es, die Kulturtechniken zu erleben.

Materialien zur Kosmischen Erziehung
Die Kosmische Erziehung befasst sich mit der Welt und ihren Zusammenhängen und soll dem Kind ermöglichen, die Ordnungsstrukturen unseres Kosmos zugänglich zu machen. Auch durch Geschichten und Erzählungen. Sie umfasst u.a. die Bereiche Botanik, Zoologie, Geographie, Geschichte, Geometrie, Ethik, Kunst, Musik, Anthropologie, Evolution und Umweltschutz. Für jeden Bereich gibt es Materialien, mit Hilfe derer sich das Kind unseren Kosmos handelnd erschließen kann.